Grümmer. Maler und Bildhauer

Herausgegeben von Judith Grümmer-Kehrer. Mit Beiträgen von Jürgen Becker, Conny Czymoch, Diter Frowein-Lyasso, Thomas Hackenberg, Christopher Schroer und Jo Schulte-Frohlinde.

Jürgen Hans Grümmer (1935 – 2008), früh erfolgreich, bekannt durch sein Mosaik Europa auf dem Stier im Kölner Rathaus und seine Gestaltungen des öffentlichen Raums, ein von künstlerischer Kraft und Potenz strotzender Bildhauer. Als Maler leidenschaftlich und in seiner Bildsprache wortgewaltig, aber leise und zurückgezogen. Weil er die Gesetze des Kunstmarkes nicht kennt, die Spielregeln der Selbstvermarktung nicht beherrscht, nicht kann, nicht will oder verweigert?

Grümmer bleibt Zauderer, Zweifler, Zögerer, bis ins hohe Alter ein Getriebener, ständig auf der Suche nach dem Bild, das er noch malen muss. Er bleibt kompromisslos, vor allem gegen sich selbst: Was er tut, tut er mit Blick auf seine Kunst. Wenn er einkauft, dann wird das Gemüse erstmal gezeichnet, die Pfanne mit den Bratkartoffeln in ihrer Struktur betrachtet. Die Zigarilloasche bewahrt er, um sie in Farbe einzurühren. Der Kaffee ist extra stark, fürs Kolorieren, nicht zum Trinken. Traubenrispen, Orangenschalen, zerdrückte Dosen und Spinnenhäutungen, nichts wird weggeworfen, bevor es gezeichnet ist. Wenn er liebt, dann wird die Frau zur Muse, die er mit Zeichenfeder, mit Kreide, Kohlestift oder Pinsel liebt. Jeder Stein, jedes Strandgut … alles ›atmet‹ in Bildern, inspiriert ihn.

Dieser Elan, der ihm im Alltag irgendwann abhanden gekommen zu sein scheint, diese Kraft und die künstlerische Potenz, an der er irgendwann zweifelt, das strotzende Selbstbewusstsein, das sich irgendwann einfach aufgelöst hat, auch das ist Grümmer. Als alter Mann, findet er alles wieder: Kraft und Elan. 

Irgendwann beweist er sich fast ein Jahr lang, Nacht für Nacht, dass er kleinstformatig arbeiten und als Künstler, selbst wenn er nur noch diese eine Hand bewegen könnte, seine Sprache nicht verlieren wird. Als diese Angst überwunden ist, werden seine Arbeiten wieder großformatig. Und er, der Maler ist wieder da.

Themen und Fragestellungen, die den jungen Grümmer schon beschäftigten, greift er im Verlaufe des Lebens immer wieder auf und führt sie weiter, betrachtet sie von vielen Seiten, verändert Perspektive und Technik, gibt sich erst zufrieden, wenn er meint, eine akzeptable Antwort gefunden zu haben.

Und immer wieder ist es das Leben, das was Leben mit Menschen macht, was es ihnen abverlangt, zumutet, wozu es herausfordert, was Grümmer in seinen Arbeiten zeigt.

Restbestände sind erhältlich zu einem reduzierten Preis von 20,00 Euro - Kontakt
Lindlar 2010, 28 x 21 cm, 204 Seiten, 214 farbige, teils ganzseitige Abbildungen, Werkverzeichnis. erscheinen bei DIE NEUE SACHLICHKEIT, 36,00 Euro.

 

 

 

Leben

Werk

Bilderstrecken

Ausstellungen

Das Buch

Medienberichte

Verkauf

Die Unterstützer

Kontakt

Ab 7. September 2017

HANDFESTE BEGEHRLICHKEITEN UND EROTISCHE SPIELEREIEN. Malerei, Grafik, Plastiken im KulturRaum[Altstadt] - Mehr Informationenhttp://www.altstadtkultur.de/aktuell.html2017 im KulturRaum [Altstadt]

Rückblick 2016: Ausstellungen

WORT UND BILD im Werk von Jürgen Hans Grümmer, in der Kölner Kartäuserkirche. Mehr

Zweiter Standort war das Treppenhaus der Kölner Industrie- und Handelskammer: mit TAGESKALENDERn. Mehr

St. Maternus: DIE FRAGE NACH DEM ORT. Großformatige Papierarbeiten beigehängt zu dem zur Zeit dort befindlichen Werk "Karfreitag auf der Severinstrasse". Mehr

EIN WANDERBUCH (erschienen September 2016) zu Arbeiten von Grümmer im öffentlichen Raum ist noch erhältlich. Hrsg. von Dr. Johannes Stahl, mit Texten von Wolfgang Betz,  Markus Greitemann, Judith Grümmer, Dr. Johannes Stahl und Erich Witschke.

Die erste Monografie zu Jürgen Hans Grümmer, erschienen im Oktober 2010, ist in Restbestände erhältlich.

Seit dem 25. Juli sprudelt er wieder: der Kölner Opernbrunnen

Ein Teilbereich des von Grümmer in den 1960er Jahren gestalteten Kölner Offenbachplatzes ist nun der Öffentlichkeit freigegeben worden. Zeitgleich wurde sein Opernbrunnen probehalber wieder in Betrieb genommen. Nun muss die Feinjustierung von Fontainenhöhe etc. erfolgen. Die Aufnahme des Probebetriebes wurde von den zahlreichen MedienvertreterInnen begleitet. Hier ihre Berichte.

Aktuell: Vereinbarung zum künstlerischen Urheberschutz auf dem Kölner Universitätsgelände

Zum Urheberrechtsstreit zwischen den Grümmer-Erben und der Kölner Universität wurde eine Eingung vereinbart. Mehr

Juni 2015: Neu aufgestellt im Auswärtigen Amt in Bonn

Nach vier Jahrzehnten sind Basaltskulpturen, die Grümmer in den 1970er Jahren für die Außenterrasse des Londoner Goethe-Instituts geschaffen hatte, ins Rheinland zurückgekehrt. Auf dem öffentlich einsehbaren Außengelände des Bonner Auswärtigen Amtes haben sie einen neuen repräsentablen Standort gefunden. Mehr

Seit Dezember 2014 in St. Maternus

Das Diptychon „Karfreitag in der Severinstraße“ (1990), ein Schlüsselwerk des Kölner Künstlers Jürgen Hans Grümmer ist aufgrund der renovierungsbedingten Schließung von St.Severin in die Kölner Maternuskirche umgezogen. Mehr